Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Stand: Entwurf, August 2026 · Stickerloot-App

Entwurf — noch nicht rechtsverbindlich. Dieses Dokument ist ein Gerüst mit den Punkten, die für einen C2C-Marktplatz zwingend geregelt werden müssen. Vor dem öffentlichen Launch anwaltlich bzw. über die IT-Recht-Kanzlei-Mitgliedschaft prüfen und freigeben lassen. Marktplatz-AGB sind deutlich heikler als App-AGB, weil sie das Verhältnis Betreiber ↔ Nutzer und Nutzer ↔ Nutzer abgrenzen müssen.
Die drei Sätze, die überall durchgehalten werden müssen:
  1. Stickerloot ist Marktplatz, nicht Vertragspartei. Kauf- und Tauschverträge kommen ausschließlich zwischen den Nutzern zustande.
  2. Stickerloot ist kein Zahlungsdienst. Wir halten, vermitteln oder verwahren zu keinem Zeitpunkt Geld. Gezahlt wird direkt zwischen den Nutzern.
  3. Beim Stickerloot-Check verwahren wir ausschließlich die Karte (Warentreuhand) — gegen ein Entgelt, das an uns geht, nicht an andere Nutzer.

1. Geltungsbereich und Anbieter

Diese AGB gelten für die Nutzung der Stickerloot-App (im Folgenden „App" oder „Plattform"), bereitgestellt von Sami Kteiche, Postfach 13 02, 32213 Bünde, Deutschland (im Folgenden „Anbieter", „wir"). Kontakt: info@stickerloot.io. Vollständige Angaben im Impressum.

Abweichende Bedingungen der Nutzer werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, wir stimmen ausdrücklich zu.

2. Leistungsbeschreibung — was wir tun und was nicht

Die Plattform ermöglicht es Nutzern, eigene Sammelkarten zu erfassen, sie anderen Nutzern zum Tausch oder Verkauf anzubieten, Angebote auszuhandeln und die Abwicklung zu dokumentieren.

2.1 Wir sind Marktplatz, nicht Händler

Wir bieten selbst keine Karten an, sind an den zwischen Nutzern geschlossenen Verträgen nicht beteiligt und werden weder Käufer noch Verkäufer noch Vertreter einer Partei. Ansprüche aus einem Kauf oder Tausch bestehen ausschließlich zwischen den beteiligten Nutzern.

2.2 Wir sind kein Zahlungsdienstleister

Zahlungen erfolgen ausschließlich direkt zwischen den Nutzern über von ihnen selbst gewählte Wege. Wir nehmen zu keinem Zeitpunkt Geld entgegen, halten keine Kundengelder und führen keine Zahlungsvorgänge aus. Preisangaben in der App sind reine Dokumentation der Vereinbarung der Nutzer.

2.3 Keine Verfügbarkeitsgarantie

Wir bemühen uns um einen störungsfreien Betrieb, schulden aber keine bestimmte Verfügbarkeit. Wartungsfenster, Störungen bei Dritt-Dienstleistern und Weiterentwicklungen können zu Unterbrechungen führen.

3. Registrierung und Nutzerkonto

4. Einstellen von Karten und Zustandekommen von Verträgen

Ein Angebot in der App ist eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots (invitatio ad offerendum), kein bindendes Angebot. Der Vertrag zwischen den Nutzern kommt zustande, wenn ein Nutzer ein Angebot abgibt und der andere es in der App annimmt.

Der anbietende Nutzer sichert zu, dass er zur Verfügung über die Karte berechtigt ist, dass die Angaben zu Zustand, Echtheit und Ausführung zutreffen und dass das Angebot nicht gegen Rechte Dritter verstößt.

5. Verbotene Inhalte und Angebote

Bei Verstößen können wir einzelne Inhalte entfernen, Funktionen einschränken oder das Konto sperren. Wir informieren den betroffenen Nutzer über die Maßnahme und ihre Gründe und ermöglichen eine Gegendarstellung.

TODO Sami: Melde- und Abhilfeverfahren (Notice-and-Action) nach Art. 16 DSA sowie internes Beschwerdemanagement nach Art. 20 DSA ausformulieren, wenn die Plattform live geht. Für Kleinstunternehmen gelten Erleichterungen, aber ein erreichbarer Meldeweg und die Begründungspflicht bleiben.

6. Abwicklung eines Deals

6.1 Direktabwicklung

Die Nutzer versenden die Karten selbst und dokumentieren Versand und Empfang in der App. Versandrisiko, Verpackung, Versicherung und Nachweisführung liegen bei den Nutzern. Wir prüfen nichts und haften für nichts, was aus dieser Abwicklung folgt.

6.2 Stickerloot-Check (Warentreuhand)

Auf Wunsch beider Parteien läuft die Abwicklung über uns:

  1. Die Nutzer senden ihre Karten an uns.
  2. Wir bestätigen den Empfang in der App und dokumentieren den Zustand fotografisch.
  3. Wir prüfen die Echtheit nach bestem Wissen und mit marktüblicher Sorgfalt.
  4. Nach Bestätigung zahlt der Käufer direkt an den Verkäufer.
  5. Wir senden die Karten an die jeweiligen Empfänger weiter.

Wir verwahren dabei ausschließlich die Karte, niemals Geld. Der Verwahrvertrag besteht zwischen uns und dem einsendenden Nutzer.

TODO Sami: Hier gehören die harten Zahlen rein, sonst ist die Klausel wertlos — (a) Haftungshöchstbetrag je verwahrter Karte und ob ein Wertlimit für den Check gilt; (b) Versicherung: welcher Versanddienstleister, welche Deckung, wer trägt den Selbstbehalt; (c) Aufbewahrungsfrist, wenn ein Nutzer nicht reagiert, und was danach mit der Karte passiert; (d) was bei negativer Echtheitsprüfung geschieht (Rücksendung auf wessen Kosten, Gebühr trotzdem fällig?); (e) Grenzen der Prüfung: keine professionelle Gradings-Zertifizierung, keine Garantie für Echtheit — nur Sichtprüfung nach definierten Kriterien.

7. Servicegebühr

Die Nutzung der Plattform ist grundsätzlich kostenlos. Entgeltlich ist ausschließlich der Stickerloot-Check, entweder einmalig pro Deal oder über ein Abonnement („Stickerloot Pro"). Die Gebühr ist Entgelt für unsere eigene Dienstleistung (Empfangsbestätigung, Echtheitsprüfung, Verwahrung, Weiterversand) und fließt an uns, nicht an andere Nutzer.

Die Abrechnung erfolgt über Google Play bzw. den App Store zu den dort angezeigten Preisen. Abonnements verlängern sich automatisch, sofern nicht spätestens 24 Stunden vor Ablauf über die Store-Einstellungen gekündigt wird.

TODO Sami: Endgültige Preise eintragen, sobald die Produkte in RevenueCat / Play Console / App Store Connect angelegt sind. Außerdem: Widerrufsbelehrung für die digitale Dienstleistung ergänzen (§§ 355, 356 BGB) inklusive der Zustimmung zum vorzeitigen Leistungsbeginn — sonst läuft das 14-tägige Widerrufsrecht auch für einen bereits durchgeführten Check.

8. Bewertungen

Nach abgeschlossenen Deals können sich die Beteiligten gegenseitig bewerten. Bewertungen müssen sich auf den konkreten Vorgang beziehen und dürfen keine Beleidigungen, unwahren Tatsachenbehauptungen oder personenbezogenen Daten Dritter enthalten. Wir überprüfen Bewertungen nicht vorab, entfernen aber rechtswidrige Bewertungen auf begründete Meldung.

Wir stellen sicher, dass nur Nutzer bewerten können, die den Deal tatsächlich abgeschlossen haben (§ 5b Abs. 3 UWG).

9. Haftung

Wir haften unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, bei Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit sowie nach dem Produkthaftungsgesetz. Bei einfacher Fahrlässigkeit haften wir nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) und begrenzt auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden.

Wir haften nicht für:

Für Karten, die sich in unserer Obhut befinden, haften wir nach den Regeln der Verwahrung (§§ 688 ff. BGB) im Rahmen der in Ziffer 6.2 vereinbarten Grenzen.

10. Freistellung

Verletzt ein Nutzer durch sein Angebot oder Verhalten Rechte Dritter, stellt er uns von daraus resultierenden Ansprüchen einschließlich angemessener Rechtsverteidigungskosten frei.

11. Laufzeit, Kündigung, Kontolöschung

Das Nutzungsverhältnis läuft auf unbestimmte Zeit und kann von beiden Seiten jederzeit ohne Frist beendet werden. Nutzer löschen ihr Konto über Einstellungen → Konto löschen; Einzelheiten unter Konto löschen. Laufende Deals müssen zuvor abgeschlossen oder abgebrochen werden. Ein Abonnement endet dadurch nicht automatisch, sondern muss im jeweiligen App-Store gekündigt werden.

Wir können das Nutzungsverhältnis bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen fristlos beenden.

12. Änderungen dieser AGB

Wir können diese AGB anpassen, wenn dies zur Anpassung an geänderte Rechtslage, Rechtsprechung oder an Weiterentwicklungen der Plattform erforderlich ist. Über wesentliche Änderungen informieren wir mindestens 30 Tage vor Wirksamwerden in der App oder per E-Mail. Widerspricht ein Nutzer nicht bis zum Wirksamwerden, gelten die Änderungen als angenommen; darauf weisen wir in der Mitteilung gesondert hin.

13. Streitbeilegung

Die EU-Kommission stellt eine Plattform zur Online-Streitbeilegung bereit. Wir sind nicht verpflichtet und nicht bereit, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.

TODO Sami: Prüfen, ob diese Formulierung noch aktuell ist — die OS-Plattform der EU wurde eingestellt; die Hinweispflicht nach Art. 14 ODR-VO ist entsprechend entfallen bzw. angepasst worden. Die Kanzlei gibt hier die tagesaktuelle Fassung vor.

14. Schlussbestimmungen

Es gilt deutsches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Gegenüber Verbrauchern gilt dies nur, soweit dadurch nicht zwingende Verbraucherschutzvorschriften des Aufenthaltsstaats entzogen werden. Sollte eine Bestimmung unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen unberührt.


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